Abteilung für Nuklearmedizin

Nuklearmedizinische Untersuchungen (=Szintigramme) & Schilddrüsenambulanz

 

Terminvereinbarung: erforderlich

Vorbereitung: manchmal erforderlichEine Vorbereitung ist nur für Nierenszintigramme und Knochenszintigramme nötig. Der Patient soll gut hydriert zur Untersuchung erscheinen, das heißt, er sollte in der Früh vor der Untersuchung etwa 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit trinken (Tee oder Mineralwasser).Vor nuklearmedizinischen Untersuchungen des Herzens ist unbedingt eine telephonische Rücksprache nötig, da eine Fülle von Umständen zu beachten ist.

Kontrastmittel: nicht erforderlich, jedoch wird ein Nuklid eingeschleust. Die Verabreichung der radioaktiven Isotope (zumeist Technetium) erfolgt in den meisten Fällen durch Injektion in eine Vene, seltener als Getränk. Danach wird abgewartet bis die Isotope die jeweilige Untersuchungsregion erreicht haben (z.B. beim Knochenszintigramm nach ca. 3 Stunden, beim Nierenszintigramm sofort). Die verwendeten radioaktiven Substanzen haben eine geringe Strahlenmenge und eine kurze Halbwertszeit, sie werden auch rasch aus dem Körper ausgeschieden, sodass die Strahlenbelastung niedrig bleibt. Die Belastung durch eine nuklearmedizinische Untersuchung ist mit einer entsprechenden Röntgenuntersuchung vergleichbar.

Einverständniserklärung: Das Unterschreiben einer Einverständniserklärung ist nur für Schilddrüsenuntersuchungen und für Radiojodtherapien notwendig.

Funktionsprinzip

um-nuk-2Szintigramme liefern Diagnosen, die mit anderen Untersuchungsmethoden nicht gestellt werden können. Zumeist geht es bei nuklearmedizinischen Untersuchungen („Szintigrammen“) um die Beurteilung von Stoffwechselvorgängen mit Hilfe schwach radioaktiver Substanzen. Damit die radioaktive Substanz in das gewünschte Organ wandert, wird sie an ein geeignetes Medikament gebunden, das in den Stoffwechsel des zu untersuchenden Organs eingeschleust wird. Das Aufnahmegeräte ist ein Großflächendetektor, eine Art riesiger Geigerzähler, der sehr knapp über der Körperoberfläche gehalten wird und in Abhängigkeit von der Untersuchungsregion in gleicher Position bleibt, rotiert oder den Körper von oben nach unten abtastet. Aus den Messdaten errechnen leistungsstarke Computer 2- und 3- dimensionale Bilder.Die Bilder sind zwar nicht so scharf wie Röntgenbilder bzw. CT- oder MRT-Bilder, dafür wird die Funktion der Zielorgane als Bild dargestellt.

Untersuchungsablauf

um-nuk-1Der Patient liegt bei der Untersuchung ruhig am Rücken während das Aufnahmegerät, der Großflächendetektor (eine Art riesiger Geigerzähler), knapp über seine Körperoberfläche gehalten wird. Bei manchen Untersuchungen bewegt sich der Detektor nicht, bei manchen rotiert er um den Patienten, bei manchen fährt er den Körper von oben nach unten knapp über der Oberfläche ab. Da die Strahlung aus dem Gewebe sehr schwach ist, ist es wichtig, dass der Detektor nahe an der Hautoberfläche platziert wird. Nach der Untersuchung sollte man viel trinken und die Blase häufig entleeren, da die Nuklide über die Nieren in die Blase ausgeschieden werden und die Strahlendosis um so geringer ist, je kürzer sie dort verweilen. Binnen 12 bis 24 Stunden ist alles ausgeschieden. Die Strahlenbelastung des Harns ist so gering, dass die Benützung öffentlicher oder privater Toiletten kein Problem darstellt.

Wichtige Hinweise

Sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft bestehen, bitten wir Sie, uns dies vor der Untersuchung mitzuteilen.
  

Nuklearmedizinische Untersuchungen sind nun bei allen Kassen außer der SVB ohne chefärztliche Bewilligung möglich.

Einsatzgebiete

  • Schilddrüse
 – Feststellung einer Über- oder Unterfunktion, einer Entzündung oder eines Tumors, Verlaufsbeobachtung und Einstellung der medikamentösen Behandlung bei Fehlfunktionen der Schilddrüse.Die Schilddrüse ist ein wenig beachtetes, aber für viele hormonelle Regelprozesse im Körper sehr wichtiges Organ. Die Beschwerden bei Fehlfunktionen der Schilddrüse können sehr vielfältig sein. Z.B. wäre bei den folgenden Beschwerden durchaus auch an eine Schilddrüsenerkrankung zu denken: Beschwerden im Halsbereich wie Kloßgefühl, Schmerzen, Luftnot, Schluckbeschwerden, Heiserkeit; Gewichtsverlust/Gewichtszunahme; Unruhe, Nervosität/Müdigkeit, Trägheit; ständiges Schwitzen, Herzjagen; Wärmeempfindlichkeit/Frieren an Händen und Füßen; vermehrter Stuhlgang/Darmträgheit; Augenbeschwerden (Doppelbilder, Augentränen, Augenjucken, geschwollene Lider, hervortretende Augen, verschwommenes Sehen) Haarausfall, Regelstörungen …usw.RadiojodtheraphieSollte sich nach einer Schilddrüsenuntersuchung herausstellen, dass eine Radiojodtherapie notwendig ist, bitten wir sie, den dafür vereinbarten Termin einzuhalten oder gegebenenfalls rechtzeitig abzusagen (5 Tage vorher), da die für diese Therapie benötigte Radiojodkapsel eigens für sie bestellt und angeliefert wird).
    Schilddrüsen-Untersuchungen führen wir in unserem Schilddrüsen-Zentrum im Rahmen einer Schilddrüsen-Ambulanz durch. Unsere Schilddrüsen-Spezialisten führen zu Abklärung von Schilddrüsen-Leiden Ultraschall- und Labor-Untersuchungen und auch Schilddrüsen-Scans (Szintigramme der Schilddrüse) durch, um Erkrankungen wie Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose oder Hypothyreose) Autoimmunerkrankungen wie Morbus Hashimoto oder Morbus Basedow oder auch Thyreoiditis de Quavain abzuklären. Natürlich auch bei Struma (Kropf) oder bei nachgewiesenen Schilddrüsenknoten. Unsere Fachärzte sind auf Schilddrüsen-Erkrankungen spezialisiert und schlagen auch die jeweils geeignete Schilddrüsen-Behandlung vor.
  • Niere
 – Beobachtung der Durchblutung der Nieren und auch der Ausscheidungsfunktion. Feststellung ob z.B. eine Niere überhaupt noch arbeitet und wie viel, Erkennen einer Abflussbehinderung aus einer Niere und Hinweise auf eine Einengung der Nierenarterie (häufig der Grund für Bluthochdruck)
  • Skelett
 – Feststellung, ob Herde einer erhöhten Knochenumbauaktivität im Skelett vorhanden sind. Solche können gefunden werden bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke, bei Knocheninfektionen und auch bei Tochtergeschwülsten von Tumoren, bei Stoffwechselerkrankungen und auch bei
  • Herzmuskel
 – Beobachtung der Durchblutung des Herzmuskels in Ruhe und nach Anstrengung (Radfahren am Fahrradergometer) bei Patienten mit Herzschmerzen.Dadurch Unterscheidung zwischen Einengung der Herzkranzgefäße und Schmerzen aus anderer Ursache. Hilft, die Patienten herauszufiltern, die von einer Kontrastmitteluntersuchung der Herzkranzgefäße profitieren werden. Verengungen der Herzkranzgefäße sind häufig schuld am Herzinfarkt!
  • Lunge – 
Darstellung der Durchblutung der Lungengefäße oder auch der Belüftung der Lungenflügel. Wichtiger Test um eine Lungenembolie (Blutgerinnsel in den Lungenarterien) nachzuweisen.
  • Gehirn – 
Darstellung der Durchblutung des Gehirns: Diagnostisch wertvoll bei einigen Gehirnerkrankungen.
  • Sentinell-Lymphknoten